Ingenieur Dieter Freudenberg
Ein Kind erlebt den Bombenkrieg
Hätte man im Film die Rolle eines deutschen Ingenieurs zu besetzen, die Wahl könnte dann gut auf Dieter Freudenberg fallen. Ein Mann, ein Wort, präzise in der Erinnerung, sachlich im Ausdruck, 191 aufrechte Zentimeter und ein großes Herz für Menschen. In seinem Geburtsjahr beginnt der Weg Deutschlands in den Krieg. 1933 kommt Adolf Hitler an die Macht, erst brennen die Bücher, danach die Städte. Zur Einschulung in Braunschweig gibt es statt der Zuckertüte nur eine Möhre auf die Hand, die Kinder spielen in den Trümmern eines abgestürzten Bombers. 1944 wird das Elternhaus schwer
beschädigt. Vor der Tür gähnt ein 6 Meter breiter Bomben- trichter. Ausgesiedelt in den Westerwald erlebt der 7-Jährige die Amerikaner, die Russen, schließlich die Franzosen.
1944 wird das
Elternhaus schwer beschädigt.

Der kleine Dieter Freudenberg in Düsseldorf wo sein Vater ein ausgebombtes Reihenhaus herrichtet
1946 geht es nach Düsseldorf, wo sein Vater ein ausgebombtes Reihenhaus herrichtet. Er ist für eine Bausparkasse tätig. Im Firmen-Bulli darf Dieter oft genug mitfahren und erlebt den Wiederaufbau im deutschen Wirtschaftswunder.
Gib dein Geld nicht unnütz aus, spare fleisig für dein Haus
Ingenieur Dieter Freudenberg
Statt dem Latinum begeistern die Bagger
Er ist hoch aufgeschossen von Statur und Dieter übt sich als Sportschwimmer, fährt fast jeden Tag die halbe Stunde mit dem Rad in die Badeanstalt, schwimmt seine 12 Kilometer die Woche. Schulisch liegt dem Jungen mehr das Praktische, die Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Ein Praktikum bei der DEMAG - Baggerfabrik weckt das technische Interesse. Es folgt das „Fachabitur“ mit Studium
des Maschinenbaus und Abschluss. Dabei wird unter bescheidensten Verhältnissen unterm Dach in einem Zimmer für 35 Mark mit Elektroofen und kaltem Wasser gelebt. Dann folgt die erste Anstellung im Maschinenbau. 1963 ist die Heirat mit Marlies, die ihren Dieter schon seit Zeiten der Studentenbude kennt. Student Freudenberg am Ortseingangschild von Freudenberg (Landkreis Tauberbischofsheim)
die Technik hat es dem Jungen angetan
Die Technik hat es dem Jungen angetan. Schnappschüsse aus den Jahren 1953 bis 1965. die Technik hat es dem Jungen angetan
Der Ingenieur Dieter Freudenberg
Er bewegt Großes ganz im Stillen.
Eine Dienstreise nach Stuttgart wird als Hochzeits- reise genutzt, die gemeinsame Einzimmerwohnung ist heute noch in bester Erinnerung. Er ist jetzt als Hydraulikexperte unterwegs. Pumpen und Ventile zur Bewegung riesiger Maschinen sind sein Metier. Mit 32 Jahren wird Dieter Freudenberg zum Vertriebschef, die Familie hat jetzt 3 Kinder, wohnt in einem schönen Domizil in Hilden.

„Bekannt als korrekt und zuverlässig“, folgt 1983 der Wechsel von ABEX-Denison nach Bad Oeynhausen als Geschäftsführerzu Firma BUSCHJOST.
2002 ist der Abschied mit höchsten Ehren. Innerhalb dieser Zeit ist er für fast 10 Jahre Vorsitzender eines traditionellen Sportvereins. Foto mit Bagger der Firma Abex-Dension
Der Ford Eifel der Eltern, das
Hochzeitsauto, das Familienauto, der Beweger: Ich hatte nie ein auffälliges Auto oder einen reservierten Firmenparkplatz. Der Ford Eifel der Eltern, das Hochzeitsauto, das Familienauto, der Beweger: „Ich hatte nie ein auffälliges Auto oder einen reservierten Firmenparkplatz.“ Das familienauto
Ingenieur Dieter Freudenberg
Heute: Mobilität im Unruhestand
Seit den 20er Jahren kennt man Bad Oeynhausen als „Die Stadt ohne Stufen“. Heute setzt sich Dieter Freudenberg dafür ein, dass dieser Spruch in jeder Beziehung hält, was er verspricht. Seit 5 Jahren ist er Vorsitzender des Seniorenbeirats und ermöglicht zusammen mit den weiteren Beiratsmitgliedern älteren Mitbürgern eine bessere Beteiligung am kommunalen Geschehen. Das durch die Initiative eines Beiratsmitglieds 2011 eingeführte Gingko-Blatt steht dafür als Zeichen.
Alte Fotos einer Gasse in Bad Oeynhausen
Gingko-Blätter Der Gingko ist der
„Baum des Jahrtausends“.
Er gilt als Symbol
für Freundschaft,
Anpassungsfähigkeit,
Stärke, Liebe und Hoffnung.
Ingenieur Dieter Freudenberg
Mit großem Eifer im Einsatz.
Im Beirat der Stadt kümmert sich unser Senior akribisch um die Angelegenheiten der senioren Mitmenschen. Das kann ein Zebrastreifen sein, ein Fahrradweg, ein Verkehrssicherheitstraining oder der Aufzug am Bahnhof. Der Kontakt zu den mehr als 40 Altenklubs in der weitläufigen Stadt gehört dazu wie der Erfahrungsaustausch im Kreis Minden-Lübbecke oder dem Beirat für Menschen mit Behinderungen. Jedes Jahr werden die beliebten Seniorennachmit- tage ausgerichtet. „Wir müssen zu den Menschen in die Häuser gehen“, spricht Dieter Freudenberg aus Erfahrung, „ältere Menschen sind oft scheu“. Ganz oben auf der Liste steht die Palliativmedizin und das Hospizwesen. Konkrete Formen hat die Boule-Bahn im Stadtpark, ein rundum gelungener Treff für Jung und Alt im Herzen der Stadt. Bouling-Kugeln
Informations-Broschüre Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen soll für seniore Mitmenschen eine angenehme Heimat bieten. Informations-Broschüren sind ein Service für alle, die keinen Eingang zum Internet haben.
Ingenieur Dieter Freudenberg
Gemeinsam unterwegs nach vorn.
Fragt man Ehefrau Marlies nach ihrem rührigen Mann, dann kommt als erstes „Handwerkeln“. Das können Möbel oder eine ganze Terrasse sein, die ihr Dieter mal eben als Kraftakt im Alleingang hinlegt. Nicht zu bremsen sind auch die gemeinsamen Fahrradtouren. Sie führen durchs Weserland und im Urlaub bis in die Alpen. Regelmäßig geht die Fahrt im heißgeliebten Dieseldaimler zu den entfernt lebenden Kindern und Enkeln.Und wenn die Freudenbergs gerade einmal nicht unterwegs sind, dann ist die Zeit für ein gutes Essen mit einem Schoppen aus Baden-Württemberg oder Franken. Den hat Dieter Freudenberg natürlich höchstpersönlich beim Winzer vor Ort unter die Lupe genommen und nach Hause speditiert.
Dieter Freudenberg
Das Ehepaar Freudenberg unterwegs mit dem Rad