Dr Tihomir Bunovic

1927  geboren am 6. Februar in Beli Manastir
1946 - 1950 Student der Medizin in Belgrad/Serbien.
1950 - 1957

wegen antikommunistischem Widerstand
schwere Haft

1960 Abschluss des Medizinstudiums,
Anstellung als Arzt.
1972 Anerkennung als Kardiologe; Dissertation.
1974 Auswanderung, Oberarztstellvertreter
in Davos, Heirat mit Ellen Wegener.
1977 - 1982 Umzug nach Deutschland,
Oberarzt in Bad Dürrheim.
1982 - 1992 Stations- und Oberarzt in der Reha-Klinik
Bad Oeynhausen bis zum Erreichen
der Altersgrenze.
1992 - 1996 Teilzeittätigkeit an der
Reha-Klinik Porta Westfalica.
2002 Initiator der Wiederbelebung der
Bad Oeynhausener Freimaurerloge
„Zur heilbringenden Quelle“.
2006 Veröffentlichung der Bücher „Freimaurerei
– weltbekannt und geheimnisvoll“
und „Arminius – der erste deutsche Patriot“

Dr. Bunovic mit Buch
Freimaurer Hammer

Ein Arzt verschreibt Werte.
Das Leben hat den heute 83-jährigen Arzt über die Grenzen hinweg nach Bad Oeynhausen geführt.
Hier hat er seine Heimat gefunden und vermittelt
diesen Wert als engagierter Geschichtsforscher, Buchautor und Freimaurer.

Heute lebt Dr. Bunovic mit seiner Frau in seinem Eigenheim, ist Sekretär der Loge und arbeitet an
seiner nächsten Buchveröffentlichung.
Dr Tihomir Bunovic


1927. Der kleine Tihomir erblickt das Licht der Welt als dritter Sohn einer Kaufmannsfamilie im kroatischen Beli Manastir, mitten im Grenzgebiet zwischen Serbien und Ungarn.

83 Jahre später. 2010 steht ein strahlender Unruheständler in der Tür seines Hauses an der Detmolder Straße in Bad Oeynhausen. Hier eröffnet Dr. med. Tihomir Bunovic sein Lebenswerk als Arzt für Innere Medizin, Physikalische Therapie und Naturheilverfahren. Seine Zeit als Widerstandskämpfer. Sein Schaffen als Freigeist und Historiker, seinen Kopf voller Pläne. Aber der Reihe nach.

„Wäre es nach den Kommunisten gegangen, wäre ich wohl nicht mehr am Leben.“ 1950 gehört der Medizinstudent zu einem Freundeskreis von Fluchthelfern, die Verfolgte des Tito-Regimes nach Italien schleusen. Er wird angeklagt und zu zehn Jahren schwerem Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt, sieben davon sitzt er im Straflager Sremska Mitrovica und Zabela ab. Es sind Jahre der ­Folter und des Elends, Schreie in der Nacht, Elektroschocks, Scheinerschießungen.
Wohin geht es? Tihomir um 1930.

Medizinstudent und Flucht­helfer,1949. Dr. Bunovic in Davos, 1973.
Dr Tihomir Bunovic


„Was auch kam, wir haben immer geistig an uns gearbeitet.“ Stolz erinnert sich Dr. Bunovic an die Lageruniversität, ein paar Regale mit Büchern. Ein Kapitel, das ihn zeitlebens beschäft. Er zitiert dazu Carl Zuckmayers Gedicht Freundschaft in der Not.

Einem tuberkulosekranken deutschen Kriegsgefangenen, den man zur Arbeit im Steinbruch zwingen wollte, rettete er das Leben. Immer wieder versteckt er ihn in der Quarantäne- baracke vor dem Zugriff des gefürchteten Major Steiner. Franz Ott überlebte, wohnte wieder in Helmstadt bei Würzburg. Noch während seiner Lebzeiten haben Dr. Bunovic und seiner Frau die Freundschaft mit Franz Ott und seiner Gattin Maria gepflegt. Jahren später starb er an Krebs als Folge seiner schweren Haft.

Der Weg in eine neue Heimat. Nach seiner Freilassung beendet Bunovic sein Medizinstudium, arbeitet als Kardiologe an staatlichen Gesundheitseinrichtungen. Seine Doktorarbeit hat den Kapillarmuskel des Herzens zum Thema. Doch weiter belasten ihn die Repressionen des Regimes, 1974 verlässt er seine Heimat ins Schweizer Exil als Oberarztstellvertreter in Davos.
Lageruniversität
Ein Mitgefangener
hat ­die ­so genannte
„Lager­universität“
gezeichnet.



In Bad Oeynhausen entdeckt
Dr. Bunovic seine Liebe zu den
Büchern von Paul Baehr.
Dr Tihomir Bunovic


1977 führt der Weg endgültig nach Deutschland.
Als Oberarzt arbeitet Dr. Bunovic in der Espan-Klinik in Bad Dürrheim, erlangt die deutsche Anerkennung als Internist. Ab 1981 engagiert er sich in der Schicksals- gemeinschaft der Heimkehrer aus den Offiziers-, Gefangenen-, Schweige- und Zwangsarbeiterlagern in Jugoslawien.

„Nehmen Sie die, Herr Dr. Bunovic, Sie kommen
aus dem wilden Balkan und sollen ein Europäer werden.“
Mit diesen Worten und einer Stadtchronik empfängt ihn der Geschäftsführer Peter Schürmann,
in Bad Oeynhausen. Fortan vertieft sich der Internist in jeder freien Minute in die Geschichtsschreibung.
Nach 10 Jahren als erfolgreicher Oberarzt geht Dr. med. Bunovic in den verdienten Altersruhestand. Aber nur,um schon wieder ein nächstes Kapitel aufzuschlagen.
In seinen Forschungen stößt er immer wieder auf
Paul Baehr, den großen Sohn der Stadt.

„Ich bin ein Baehr-Fan geworden“ schmunzelt der Internist. Über Jahre trägt er auf Flohmärkten und Internet-Auktionen Material zusammen: wie die Original- ausgaben seiner Liederbücher, die damals jedes Kind kannte oder die Erinnerungen an Oeynhausen.
Bücher von Dr Tihomir Bunovic

Die Schriften von Paul Baehr
gaben den Anstoß zur Geschichtsforschung
und zum Selbstverlag von Dr.Bunovic.
Dr Tihomir Bunovic


Und wieder erschließt sich Dr.Bunovic ein neues Wissensgebiet. Auf den Spuren Paul Baehrs findet er die Wurzeln der Bad Oeynhausener Freimaurer. „Zur heilbringenden Quelle“ heißt die vergessene Loge. Als Mitglied der Herforder Loge „Zur roten Erde“ beschließt er, die heimische Quelle zu neuem Leben zu erwecken. 2002 ist es endlich soweit. Vor großem Publikum im Kaiserpalast ist die offizielle Lichteinbringung. Sein Wirken erklärt Dr. Bunovic mit einfachen Worten.

„Wir Bad Oeynhauser Freimaurer treten ein für Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit. So bauen wir jedes Jahr den Tempel der Humanität, die Steine sind die Menschen, der Mörtel sind die Werte. Jeder ist verpflichtet, seinen Stein zu schleifen, an sich geistig zu arbeiten und sich zu entwickeln.“

Widerstandskämpfer. Arzt. Freimaurer. Historiker.
Im Eigenverlag schreibt Dr. Bunovic zwei populär- wissenschaftliche Bücher. Das vielbeachtete Werk „Freimaurerei – weltbekannt und geheimnisvoll“ gibt einen Einblick in die Welt der Freimaurerei mit ihren gelebten Werten.
Als gefragter Arzt und Wissenschaftler. Freimaurer „Zur heilbringeneden Quelle.“











Logenzeichen
der 2002
wiederbelebten
Bad Oeynhausener
Freimaurer „Zur
heilbringeneden Quelle.“


Auf dem Weg von der Privat-Praxis in die heutige Maternus-Klinik.
Dr Tihomir Bunovic


Das zweite Sachbuch „Arminius – der erste deutsche Patriot“ beschäftigt sich mit der Begegnung von Römern und Germanen im ersten Jahrhundert nach Christus. Bis 17 n.Chr. führt der Cheruskerfürst seinen Befreiungskrieg gegen die Legionen Roms, der mit der Varus-Schlacht und bei Idistaviso nahe Porta Westfalica seine blutigen Höhepunkte hat. Der Widerstand verhindert, dass sich das damalige römische Reich weiter nach Norden und Osten hin ausbreitet.
Nach Dr. Bunovics Einschätzung stellte Arminius damit die Weichen für die Entwicklung Europas.

„Wer nicht die Geschichte des eigenen Volkes kennt oder des Volkes, in dessen Land er lebt, wird vieles nicht verstehen. Die wichtigsten Rohstoffe einer Nation sind Bildung und gesunder Patriotismus“ erläutert er nachdenklich. Das Leben hat den heute 84-Jährigen über die Grenzen hinweg nach Bad Oeynhausen geführt. Hier hat er seine Heimat gefunden und möchte diesen Wert allen Interessierten vermitteln. Schon arbeitet der unermüdliche Freigeist an seinem nächsten Werk. Der eingespannte Bogen in seiner Schreibmaschine handelt wieder von lebendiger Geschichte.
Das Kollegium der Reha-Klinik Bad Oeynhausen in den 80er Jahren.

2000 reiste das Ehepaar Bunovic nach Norwegen. Der Doktor mit dem geliebten Mocca und Frischvitaminen.