Reinhard Krüger

1938 wird Reinhard Krüger am 30. November in Kleinvlotho Langewand geboren.
1947Der Vater kommt aus dem Krieg, der Sohn begegnet ihm das erste Mal.
1951Konfirmation. Seit dem 14.Lebensjahr ist Reinhard Krüger im CVJM als Posaunist und Leichtathlet. Lehrjahre als Tischler.
1961Heirat mit Erika aus dem gleichen Ort.
1963Bahnbeamter im technischen Dienst Minden.
1981
-
1995
Vorsitz im CVJM. Mitbegründer Volmser Heimatfreunde, Engagement für historische Bauwerke. Plattdeutsche Kolumne als Karl van´n Berge im Westfalen Blatt.
1998Pensionierung.
1998Erster Auftritt als Colon Sültemeyer zum 150. Jubiläum des Staatsbades.
2004 Unfall, seitdem ein schweres Rückenleiden.
2007Auszeichnung mit der Sültemeyer Medaille des Business Clubs.
2008Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Die letzten Jahre wird Reinhard Krüger von seiner Frau Erika im gemeinsamen Haus in Bad Oeynhausen/Volmerdingsen liebevoll gepflegt.
Reinhard krüger in der Montur des Colon Sültemeyer

Ein Wahrzeichen der Stadt. In der schicken Montur des Colon Sültemeyer erinnert Reinhard Krüger an den Landmann, dessen Schweine seinerzeit die heilsamen Salze des späteren Bad Oeynhausen entdeckten.
Reinhard krüger


Von Geburt an bis heute lebt Reinhard Krüger in Volmerdingsen, einem Ortsteil von Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen.1944 landen die alliierten Truppen in der Normandie, die Rote Armee überquert die Weichsel. Der 6- jährige Pimpf Reinhard hat noch nie seinen Vater gesehen. Erst 1947 kehrt er aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Private Fotos aus der deutschen Nachkriegszeit sind rar, es fehlte ganz einfach an den Kameras. Eine seltene Ausnahme macht Reinhard Krüger. Frühe Fotos bekunden sein vielfältiges Engagement im Leben des Dorfes. Er ist seit dem 14. Lebensjahr aktiv beim CVJM, spielt die Posaune, ist ein vielbewunderter Leichtathlet und engagiert sich im Vereinsleben. So wird er schon früh zur fotografierten Persönlichkeit.

Nach seiner Pensionierung „klüngelt“ er an langen Abenden im beheizten Gartenhaus die Fotos in die Alben. Nach und nach entsteht eine Bilder-Biographie. Heute lässt Reinhard Krüger nicht ohne Stolz in seinem Lebenswerk blättern.
klein Reinhard mit seiner Mutter Frieda, 19411944: der 6-jährige hat noch nie seinen Vater gesehen

am Reck bringt es der junge Reinhard zur Meisterschaft
Reinhard krüger


Die Geschichte des Colon Sültemeyer. Der Colon (eine heimische Bezeichnung für Bauer, Pächter), lebte mit seiner Familie um 1750 in der damaligen Gemarkung Rehme, der heutigen Stadt Bad Oeynhausen. Der Bauer saß mit seinem Sohn, genau war es am 17. Juni 1745, auf einer Bank vor seinem Haus. Sie beobachteten ihre fetten Säue, die sich in der Abendsonne suhlten, und sahen, dass sich die Schweine gegenseitig die Borsten leckten. Die beiden gingen der Sache auf den Grund und probierten die silbrigen Salzkristalle. Dann wurde auch noch die siebenköpfige Familie herbeigerufen und alle mussten die Silberkugeln probieren.

Bald entdeckte man bei Nachforschungen, dass das Salz nicht nur zum Haltbarmachen der Speisen diente, sondern auch der Gesundheit der Menschen. Das Rehmer Salz war kostbar und wurde bald von Sültemeyers im gesamten norddeutschen Raum verkauft. Später entstand an anderer Stelle die Köngliche Saline Neusalzwerk. 100 Jahre danach wurde auf der Salzsuche die erste Thermalsol­quelle entdeckt und Friedrich II, der Alte Fritz, verlieh dem Bade­betrieb den Namen Oeynhausen. So konnte sich die Stadt ohne Stufen zum Weltbad Oeynhausen entwickeln.
Die Dürrkopp Diana aus Bielefeld ist nach Diana der ganze StolzEin Bild von einem Landmann: Reinhard Krüger als Colon.

Düt un dat up Platt. Veausicht: Wer us den Himmel up eern vaspreken döt, de landet met us in´na Hölle. Van nächste Wieken an schruibe ek keine plattduizken Dönekes mehr. Dat hebbe ek niu nich mehr neudig. Veaumiddags het mui de Breifdräga bescheid segt, dat ek Millionär woan weuer. Hei broche mui de „Persönliche Mitteilung“ oba einen Bargeldgewinn in Höhe von DM 1 000 000,.. Dat stand up na feinen goldenen Auszahlungsurkunde up nen silbernen Garantieschuin, direkt met muinen Namen doauppe… (aus Krügers Karl van´n Berge)
Reinhard krüger


Als Bahnbediensteter arbeitet Reinhard Krüger im technischen Dienst der Direktion Minden. Seine freie Zeit ist ausgefüllt. Er hat den Vorsitz im CVJM. Ist Tubaspieler im Posaunenchor. Wird zum Gründungsmitglied der „Volmser“ Heimatfreunde, rettet historische Bauwerke vor dem Verfall.

Als Karl van´n Berge schreibt er plattdeutsche Kolumnen im Westfalen Blatt. Seit der Pensionierung 1998 im „Un-Ruhestand“: als Darsteller übernimmt er die Rolle des Colon Sültemeyer. Sie ist Reinhard Krüger auf den Leib geschrieben, er wird zum überregional bekannten Botschafter von Bad Oeynhausen.

1961 war die Heirat mit Erika, er hat sie schon früh in der Mädchen-Tanzgruppe des CVJM entdeckt. Heute ist Reinhard Krüger zweifacher Vater und Großvater, die Kinder und Enkel sind ihren eigenen Weg gegangen, leben nicht mehr im Dorf, kommen regelmäßig zu Besuch.

2007 die erste Sültemeyer-Medaille des Business Club für besondere Verdienste um Bad Oeynhausen. 2008 das Bundesverdienstkreuz für das Lebenswerk.
Als langjähriger Tubaspieler im Posaunenchor des CVJM.











Bundespräsident Horst Köhler über Reinhard Krüger: „Mitgefühl, Menschlichkeit und Miteinander – das zeichnet Ihr Handeln aus. Unser Staat braucht Menschen wie Sie – Menschen, die unterstützen, die fordern und fördern und die mit viel Geduld und Über­zeugungskraft ihrer Berufung nachgehen.“

Der Bürgermeister überreicht die Sültemeyer-Medallie
Reinhard krüger


2004 geschah der Unfall. Seitdem trägt der heute 73-Jährige Reinhard Krüger sechs Schrauben in der Wirbelsäule, ist motorisch eingeschränkt mit einer starken Alltagsbehinderung. Er ist ein Pflegefall, wie es in der Fachsprache heißt: ein Mensch, ob jung oder alt, der auf umfassende Hilfe- und Pflegeleistungen durch Angehörige oder Fachkräfte angewiesen ist.

„Eins, zwei und hopp!“, behutsam führt Erika Krüger ihren Mann zu seinem Rollstuhl. „Ja, wir sind ein gut eingespieltes Team, und das seit 49 Jahren“. Da kommt ein Leuchten in Reinhard Krügers Augen auf und bedächtig formen seine Lippen den Satz: „Hätt´ ich sie im Sandkasten eher angesprochen, hätten wir längst die Goldene.“

Voller Liebe pflegt Erika Krüger ihren Mann zu Hause bis zu seinem Tod 2011.