Oberbeckser Werner Eickmeier
Was ist ein „Oberbeckser“?
Werner Eickmeier hat den Couchtisch, das Sofa und die Stühle mit Sportabzeichen, Ausweisen, Ehrungen und Presseberichten dekoriert. Sie alle bezeugen: dieser Mann, Jahrgang 1926, ist Breitensportler, Vereinskamerad, Organisator und Kümmerer. Damit hat er alle Talente, die man für einen Ortsteil braucht. Bescheiden winkt er ab: „Ich bin einfach Oberbeckser und bleibe Oberbeckser.“ Als ein Hans Dampf ist er im Lokalen und im Sport bekannt, und es gibt nur wenig Aktive, die er nicht beim Vornamen kennt. Seine Frau Christa hat er gleich gegenüber der Südbahn kennengelernt.
Auch sie ist von hier, sitzt mit ihm in einem Boot. Die Kranken- gymnastin und der Netzwerker haben ihr Leben lang viel zu wenig Zeit, um sich zu streiten.
Werner Obermeier am Ortseingangschild von Bad Oeynhausen, Stadtteil Oberbecksen

Drei Generationen Eickmeier aus Oberbecksen
Klein-Werner macht früh Bekannt schaft auf dem grünen Rasen. Hinter Werner Eickmeier steht seine Frau Christa in allen Disziplinen.
Oberbeckser Werner Eickmeier
Vom Begleitboot zum Netzwerker.
Die letzten Kriegsjahre erlebt Werner Eickmeier als Maschinengefreiter auf einem Versorgungsschiff für Schnellboote. Zu seinen stärksten Erinnerungen zählt der Minentreffer auf seinem Begleitschiff, sechs Tage nach Kriegsende. Es kentert nach nur 15 Minuten, aber die mitfahrenden Schnellboote können die gesamte Besatzung von 220 Mann retten. Ab 1979
engagiert sich Werner Eickmeier für die Vernetzung seiner alten Bordgemeinschaft. Mit der Zeitschrift „Leinen los“ sucht er seine Kameraden, 129 von ihnen machen mit. Bis 2007 organisiert er Treffen von Wilhelms- haven über Österreich bis in die nahe Rhön. Heute ist er der letzte Seemann, der noch Fahrt aufnehmen kann. Eickmeier als junger Seefahrer
Versorgungsschiff
Logis und Lieferant für Schiff und Mannschaft: das Versorgungs- schiff in Warte- stellung und ein Schnellboot in voller Fahrt. Schnellboot
Hochzeitsfoto
Werner Eickmeier bleibt gesund und wird 1945 von den Engländern zur Arbeit in der Landwirtschaft ganz in der Nähe seines Hauses abgesetzt. Christa Hildebrand von gegenüber bringt Eickmeiers die gute Nachricht. 1950 sorgt die Heirat mit ihr für festen Boden unter den Füßen.
Oberbeckser Werner Eickmeier
Einer macht mobil.
Die berufliche Laufbahn startet mit der Lehre als Dreher beim Baggerspezialisten Weserhütte, einem Wegbereiter vieler technischer Bereiche. Bald steht der Wohnungsbau des Wirtschaftswunders vor der Tür und 1947 folgt die Umschulung zum Isolierer, 1959 die Meisterprüfung für Wärme- Kälte-Schall- schutz. 1973 wird umgesattelt zum Speditionskauf- mann, bis zum verdienten Ruhestand 1990 werden SieMatic Küchen aus Löhne in die Welt geschickt.

Das private Leben des Werner Eickmeier wird vom Sport bestimmt. 1950 schließt er sich dem SC Ober- becksen an, 1958 dem Vereinsring, in dem er in den 50 Jahren seiner Mitarbeit zweimal auch den Vorsitz übernimmt. Mit dem eigenen Brezel-Käfer dreht er seine Runden. Werner Eickemeier mit seinem VW Käfer
Gerahmte Fotos von Werner Eickmeier und seiner Frau in jungen Jahren Beruf, Familie und Sport gehören bei Eickmeiers zusammen - nicht nur auf dem Vertigo. Werner Eickmeier auf der Tartanbahn Ob Fussball, Tennis, Leichtathletik - seit den Sechzigern wird der Seemannsbart zum Erkennungszeichen auf den Plätzen.
Oberbeckser Werner Eickmeier
Aktiv mit vereinten Kräften.
Der Unermüdliche bringt es im Laufe seines Lebens allein auf 317 Volksläufe, gewinnt viele erste Plätze in den Altersklassen. „Meistens kam ich 10 Minuten nach dem Ersten - aber als Erster meiner Klasse.“ 1965 gründet er die Frauenabteilung des SC Oberbecksen, wird 1978 Gründungsmitglied des Tennisclubs, gründet 1982 den Lauftreff. Paukt nebenher noch Englisch für sein Engagement im Städte-Partnerschaftsring.
Volkslauf
Werner Eickmeier bei der Denkmalpflege Als Unruheständler im Reinigungseinsatz für das Gefallenen- Denkmal oder beim Gruppenfoto mit der Frauenabteilung des Sport Club Oberbecksen. Werner Eickmeier mit Frauengruppe
Oberbeckser Werner Eickmeier
In vielen Disziplinen ausgezeichnet.
Rückblickend hat er 25 Mal das Deutsche Sportabzeichen in Gold geholt. Erhielt für seine Gesamtleistung als Spieler und Schiedsrichter die Goldene Nadel des Deutschen Fussballbundes und die Silberne des Westdeutschen Fußballverbandes. Dazu die Goldene Nadeldes Westfälischen Leichtathletikverbandes und die Ehrennadel der Deutschen Sporthilfe.Wen wundert es: mit 85 ist der Oberbeckser noch aktiver Tennisspieler.

Ehefrau Christa sieht soviel Leistung und Lorbeer mit einem Augenzwinkern: „Väterchen, wir wollen Dich nicht soviel loben, sonst wirst Du uns noch übermütig. Aber der ist ein feiner Kerl, das sagt alles.“ Zeitungsartikel - 81 jahre und kein bisschen leise
Diverse Ausweise
Oberbeckser Werner Eickmeier
„Immer die Füsse auf der Erde lassen.“
Viel Aufhebens um sein Lebenswerk ist nicht seine Sache. Also wird der sachkundige Bürger im Rat oder der Sport-Oskar der NW eher am Rande erwähnt. Nur der Ehrenamtspreis der Stadt Oeynhausen hat einen Sonderplatz im Herz von Werner Eickmeier. Ist er doch „die Anerkennung aus dem heimischen Bereich für das, was ein Einzelner tun kann.“ Das Wichtigste zum Schluss: drei Kinder hat die Familie „durchs Gymnasium“ gekriegt, sie alle sind sichtbar echte Eickmeiers. Einer der sechs Enkel geht noch auf die Schule. Ist 1,95 Meter groß, hat Schuhgröße 46. Der Basketball-Club Oberbecksen kann kommen.
Werner Eickmeier mit seinen drei Kindern

„Immer die Füsse auf
der Erde lassen, ohne
die anderen läuft
sowieso nichts.
Ich will nur vorleben
und mitarbeiten.“
Werner Eickmeier Ehrenpreis der Stadt Bad Oeyhausen