Helene von der Lahr ist die zarte Löwin aus der Wiese 27.

Löwenfrauen sagt man, sind ein wenig stolz, nobel und ehrgeizig.
Die zierliche, adrett wirkende Dame im Zimmer 27 auf Station Wiese im Seniorenzentrum Bethel bestätigt das eindrucksvoll. Am 30. Juni 1943 wird die 20-jährige Kölnerin aus der Severinstraße zum zweiten Mal geboren: Ihr Vater gräbt sie aus dem Luftschutzkeller des Elternhauses aus. An der Seite ihres Mannes erlebt sie den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder. Mit 60 ändert sich ihr Leben. Der Arzt dignostiziert gebrochene Rippen und Osteoporose. Helene von der Lahr kämpft gegen ihr Schicksal an, pflegt 10 Jahre ihren Mann, verbraucht die letzten Kräfte. Nach seinem Tod kommt ihr Körper zur Ruhe, doch die Krankheit schlägt in voller Härte zu. 2009 begegnet ihr die Physiotherapeutin Karin. Es ist eine Freundschaft auf den ersten Blick. Die neue Sportart ist das Kreuzworträtseln, hier macht Helene keiner etwas vor. Für die Zukunft ist alles schriftlich geregelt, von der Generalvollmacht bis zur Patientenverfügung. „Und wenn einmal der Tag kommt - dann wird Helene mein Schutzengel“ erklärt die beste Freundin überzeugt.
Helene von der Lahr mit Karin, beide halten zusammen eine rote Blume