Mario Noce ist der Trossinger aus Rom

Wenn er mit seiner Familie Verwandte in Italien besucht, heißt es: „Die Deutschen kommen.“
Schon als Zwanzigjähriger wandert er nach Deutschland aus, ist heute ein Italiener der ersten Stunde. 1961 sucht man in Trossingen händeringend Arbeitskräfte. Florierende Firmen wie Hohner Musikinstrumente, Efka Zigarettenzubehör, Walter Straßenbau oder Kratt Hochbau setzen auf die Unterstützung aus Italien. Mario arbeitet zuerst in Ehingen und heiratet hier seine Hildegard. Nach einem Abstecher nach Kanada folgen die jungen Noces 1972 dem Ruf zu Hohner. Hier ist Facharbeiter Mario 48 Jahre als Stimmzungen-Fräser tätig. Für die Vielzahl der italienischen Beschäftigten in Trossinger Unternehmen gründet er 1973 ein Begegnungszentrum. Er übersetzt, erklärt Verwaltungsangelegenheiten, schreibt für Geburten, Hochzeiten, Scheidungen und Sterbefälle. Stellvertretend für sein Team erhält Mario Noce 1998 die Bürgermedaille der Stadt. Was er vor allem an Trossingen liebt? „Musik! Musse nicht sprechen italienisch oder chinesisch“ lacht er, und sein Handy klingelt einen italienischen Volkstanz.
Mario Noce mit der Europa- und Italienen-Flagge