Hermann Kuhn ist der Meister der Wärme.

Auf dem Kreiserhof wurde 1858 der Häfnerbetrieb gegründet, der heute in der 4. Generation bekannt ist als Ofen-Kuhn.
Hermann Kuhn hat seinen Vater noch an der Töpferscheibe erlebt. Das Handwerk übten wohl schon die alten Römer in Welzheim aus. Als Töpfer und Keramiker nutzten sie den heimischen Lehmboden und das Holz für ihre Brennöfen. In der waldreichen Region trafen sich die Häfner mit den Köhlern, Schmieden, Wagnern, Küfern und Glasnern auf ihrer Wanderung. Der junge Ofensetzer lernt sein Fach von Grund auf. Gerade rechtzeitig hängt 1953 der Meisterbrief an der Wand und Hermann Kuhn heizt Welzheim richtig ein. Im Opel Olympia mit Anhänger holpert er morgens um Sieben raus zu den Baustellen, die oft mitten auf dem Acker liegen. Erst abends ist er schlagkaputt daheim, muss sich noch an den Papierkrieg machen. Aber seine junge Frau ist die „Meisterin“ und bringt sich voll mit ein. Vier Tage Bauzeit hat bei ihm ein Kachelofen, jeder ist ein Unikat, wird maßgeschneidert geplant. „Wenn ich es selbst aufgezeichnet habe, dann ist es oben drin. Ich kann das Material aufs Stück genau bestellen und es gibt kein Vertun.“ Ein Leben lang hat Hermann Kuhn die Wärme installiert, jetzt strahlt er sie selber aus.
Hermann Kuhn: Ein guter Mann ist Allrounder. Ofensetzer, Maurer, Fliesenleger, Gipser und Elektriker in einem.