Kurt Sein Familienname ist Programm: das französische „franchir“ bedeutet „Hindernisse überspringen“. In seiner Heimatstadt Bistritz im heutigen Rumänien ist der studierte Theologe von 1965 bis 1978 Pfarrer der evangelischen Stadtkirche. Seine weit verstreute, noch deutschsprachige Gemeinde lebt unter der Armutsgrenze, ist am Aussterben. Für den Diakon heißt das: mit Fahrrad und Pferdewagen Kranke besuchen, Alte pfl egen, in fensterlosen Kirchen predigen, am Ende den Menschen auch zur Ausreise verhelfen. Für die Zukunft seiner Töchter wandert Kurt Franchy 1978 mit der Familie schweren Herzens aus und engagiert sich fortan in der Siebenbürger-Sachsen- Siedlung in Drabenderhöhe. Hier übernimmt er die zweite Pfarrstelle für Einheimische und Zugewanderte und hat den Vorsitz des Hilfsvereins Adele Zay, einem offenen Seniorenheim mit Kindergarten. Im Hilfskommitee der Siebenbürger- Sachsen im Diakonischen Werk der EKD ist er Berater und Begleiter für den Dialog der Volksgruppen. Als Vorsitzender der Dr. Weisenfeld Stiftung organisiert er den Aufbau eines Studentenwohnheims für die deutschsprachige Diaspora in Rumänien. Hier, im 1700 km entfernten Wiehl, kann er heute mehr für seine alte Heimat tun, als vor Ort.
Bild 1, Die Franchys mit einem
Modell der Evangelischen
Stadtkirche in Bistritz aus
1563.
Bild unten, Andacht in einer Dorfkirche, Eröffnung eines Wohnheims für
Schüler und Studenten: Für sein vielfältiges Engagement in
der Diaspora erhält Kurt Franchy das Diakoniekreuz.
Bild oben rechts, 
Kurt Franchy erläutert Bundespräsident
Rau in Drabenderhöhe
das Alten- und Pflegeheim
Haus Siebenbürgen in der größten
Siedlung der Siebenbürger-
Sachsen in Deutschland.
Bild oben rechts 2, 1970 macht die Pfarrfamilie mobil
mit Unterstützung des Diakonischen Werkes Düsseldorf.