Margarete Seit ihrer frühesten Kindheit hat Margarete Malkus das Talent, das Erlebte zu notieren und zu deuten. Auf dem elterlichen Hof bei Ortelsberg in den Masuren lernt sie das Wirtschaften von Grund auf. Ihre erste große Liebe zerbricht in den Wirren des Krieges. Die Strapazen der Flucht aus Ostpreußen übersteht sie mit einem Kind unter dem Herzen und nur einem Koffer in der Hand. In der Warteschlange zur Wilhelm Gustloff bremst sie von oben eine unsichtbare Hand. Sie kämpft sich an Land zurück, 9000 Passagiere kommen auf See ums Leben. Sie erreicht Gelsenkirchen, gründet eine Familie, krempelt die Ärmel hoch für ihren Bergarbeiterhaushalt. Mit Rücksicht auf die Gesundheit führt der Weg aus dem Revier hinauf ins Oberbergische. Hier haben es „die Neuen“ nicht immer leicht, aber Margarete Malkus lernt, sich einzustellen. Der Weg in die Gemeinschaft führt über die Frauen: Der Runde Tisch mit Waldmeisterbowle schmilzt das Eis, es wird gemeinsam gesungen und gespielt. Bei Malkus´ in der Garage gibt es zur Silberhochzeit mehr fröhliche Lieder statt Bier und Schnaps. Gegen 3 Uhr früh am Morgen heißt es: „So Grete, jetzt seid ihr endlich integriert.“
Bild 1, Endlich Gemeinschaft. In den Siebziger
Jahren: Margarete Malkus singt mit den Frauen des Dorfes.Bild 2, Bilder der Erinnerungen, gesammelt
in ihrem Buch „Zeitwende - Leben unter der schützenden Hand des Schöpfers“.Bild 3, Zweite Heimat: die
Familie 1951 im Gelsenkirchener
Revier.