Wilfried „Ich bin hier geboren, aufgewachsen und hängengeblieben - aber weiß Gott nicht unglücklich darüber.“ Als Lehrer, Schulleiter, Schulamtsdirektor und Kommunalpolitiker liebt der hochgewachsene Mann in Rot sein Land. Und spricht mit seinem Anekdotenbuch „Watt Platt“ die Sprache der Basis. Die Landschaft? „Phantastisch. Wenn die Sonne drauf scheint.“ Die große Welt? „Über die A4. Wenn kein Stau ist.“ Das Leben hier? „Einzelbebauung mit Wind ums Haus, kommt von den ersten Einzelhofsiedlungen in den Quellmulden auf halber Höhe.“ Ja, „der Wilfried“ kennt sich aus hier: Fast 40 Jahre Lehramt und 48 Jahre SPD machen den Dreisbacher reich an Wissen und Erfahrung. 1966 begegnet er in der Bonner Baracke Herbert Wehner, mit Aktentasche, schleppendem Gang, Pfeife im Mundwinkel. „..woll´n Se denn hier?“, knurrt er den Besucher an. „Ich bin Parteifreund...“, antwortet der Wiehler und zückt sein Parteibuch. „Du bist Genosse“, antwortet Wehner, „es sind genug für dieses Wort gestorben.“ Heute engagiert sich Wilfried Hahn unter vielem anderen in der Oberbergischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Sein Watt Platt, jetzt Mund-Art, erscheint inzwischen in der „Oberwiehler Dorfzeitung“.
Bild 1, 1961 bei der Einfahrt ins Bergwerk
in Kamp-Lintfort. Ein Tag vorher war
das katastrophale Grubenunglück in
Völklingen an der Saar mit über 350
toten Bergleuten.
Bild 2, Dieses Parteibuch ist Legende. Mit den
Unterschriften von Willi Brandt, Horst
Ehmcke, Antje Fuchs, Klaus Matthiesen,
Johannes Rau, Herbert Wehner...
Bild 3, Mannsbild und Grauwacke sind
eins. Das Kind der Region hat hier
schon „Äppel geklaut und Fußball
gespielt“.